Inke Arns, Gabriele Horn (Hrsg.): History Will Repeat Itself

    Strategien des Reenactment in der zeitgenössischen (Medien-)Kunst und Performance / Strategies of re-enactment in contemporary (media) art and performance

    In der zeitgenössischen Kunst der letzten Jahre lässt sich eine fast ‚unheimliche‘ Lust an performativen Wiederholungen bzw. Re-Inszenierungen historischer Ereignisse beobachten. Die Ausstellung History Will Repeat Itself beleuchtet aktuelle Strategien künstlerischer Reenactments und stellt die Positionen von 22 internationalen KünstlerInnen vor. Sie ist – als Kooperationsprojekt zwischen dem Hartware MedienKunstVerein (HMKV) Dortmund und den KW Institute for Contemporary Art Berlin – das erste umfassende Ausstellungsprojekt zum Thema Reenactment in Deutschland.

    Als Reenactment (dt. Nachstellung, Wiederaufführung) bezeichnet man die historisch korrekte Nachstellung vergangener gesellschaftlich relevanter Ereignisse, wie bedeutende Schlachten oder andere historische Begebenheiten. In einem Reenactment werden Zuschauer zu unmittelbaren Zeugen – manchmal sogar zu Teilnehmern – eines wiederholten historischen Geschehens, das sich vor ihren Augen abspielt.

    In der zeitgenössischen Kunst – hier vor allem der Medienkunst und Performance – findet sich in den letzten Jahren immer häufiger das Reenactment als künstlerische Strategie. So ließ beispielsweise der britische Künstler Jeremy Deller, Turner-Preisträger 2004, für seine Arbeit "The Battle of Orgreave" (2001) eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Bergarbeitern und Polizisten aus dem Jahr 1984 von ehemaligen Teilnehmern und Laien-Darstellern nachstellen.

    Im Unterschied zu populärkulturellen Reenactments, wie z.B. der Nachstellung historischer Schlachten, sind künstlerische Reenactments jedoch keine performativen Re-Inszenierungen weit zurückliegender Situationen und Ereignisse, sondern es werden solche (durchaus traumatischen) Ereignisse wiederholt, die als bedeutsam für die Gegenwart erachtet werden. Künstlerische Reenactments sind keine affirmative Bestätigung der Vergangenheit, sondern vielmehr Befragungen der Gegenwart mittels des Rückgriffs auf historische Ereignisse, die sich dem kollektiven Gedächtnis unwiderruflich eingeschrieben haben. Reenactments sind künstlerische Hinterfragungen medialer Bilder, die sich der Realität der Bilder zu versichern versuchen, gleichzeitig jedoch auf die Medienbasiertheit des kollektiven Gedächtnisses verweisen.

    Herausgeber: Inke Arns, Gabriele Horn für Hartware MedienKunstVerein, Dortmund und KW Institute for Contemporary Art, Berlin
    Gestaltung: labor b - designbüro, Dortmund
    Mit Beiträgen von: Inke Arns, Tom McCarthy, Gabriele Horn, Katharina Fichtner, u.a..
    Jahr: 2007
    Sprache: Englisch / Deutsch
    Format: 16,8 x 23,4 cm, 191 Seiten, hard cover
    Verlag: Revolver, Frankfurt am Main
    ISBN: 978-3-86588-402-2
    Eine Publikation von: Hartware MedienKunstVerein und KW Institute for Contemporary Art

    Signatur: D.066