Foto: Stefan Holenstein

Ausstellung

exonemo - UN-DEAD-LINK
02.06.2008 bis 24.08.2008

Sonderöffnungszeiten während ART/Liste: täglich 10-18 Uhr  (2. - 8. Juni)

Exonemo ist eine Künstlergruppe aus Japan, die seit einigen Jahren in der internationalen Medienkunst Furore macht. Mit humorvollen Projekten, die immer reflexive Tiefe und ästhetische Komplexität aufweisen, haben sie sich als wichtige Neuerer positioniert. Kein Wunder, dass sie damit auch in Institutionen wie dem Centre Pompidou in Paris oder dem Mori Art Center in Tokio auftreten und eben erst den wichtigsten und prestigeträchtigsten Medienkunst-Preis erhalten haben: Die goldene Nica der Ars Electronica.

Für ihre erste Einzelausstellung ausserhalb von Japan entwickeln exonemo für [plug.in] ein neues Projekt, das um Fragen des digitalisierten, symbolisierten Todes zwischen der physischen und der virtuellen Welt kreist. In der raumgreifenden Installation soll der symbolisierte Tod, wie er beispielsweise im Computerspiel alltäglich ist, Auswirkungen in der physischen Realität, d.h. im Ausstellungsraum haben. Der imaginierte Tod wird für die Ausstellungsbesucher sichtbar, hörbar und fühlbar: Ausgelöst durch den virtuellen Tod von Soldaten im Spiel beginnen im Ausstellungsraum Nähmaschinen zu rattern, ein Klavier zu spielen, Plattenteller zu drehen, Uhren zu ticken. Der virtuelle Tod manifestiert sich in einer geisterhaften Aktivität der Maschinen.

Exonemo zu ihrer Inspiration zu dieser Arbeit:

"Wenn meine eigene (physische) Welt mit meinem physischen Tod verschwindet, wird doch die Erinnerung an meine Existenz in der physischen Welt von anderen (in deren Gedanken) weiterleben, so können wir in Frieden sterben. Aber wenn ich mir meine Welt im Spiel vor Augen führe, stelle ich fest, dass durch meinen physischen Tod auch meine Existenz im Spiel (= die virtuelle) seine Basis verliert und deshalb die Existenz (als virtueller Charakter) vollständig verschwindet. Die Erinnerung dieser Existenz kann in der geschlossenen Spielwelt nirgendwo leben."

Kuratiert von Annette Schindler.

Mit grosszügiger Unterstützung von: Bundesamt für Kultur/Sitemapping.