Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Ökomedien

Matthew Fuller - Art for Animals
06.03.2008, 20:00

Co2-optimierter Art Videovortrag in englischer Sprache von Dr. Matthew Fuller, London

Wie koennte eine Kunst aussehen, in der nicht mehr der Mensch das Mass aller Dinge ist? Eine Kunst, die sich an den Wahrnehmungssystemen von Tieren orientiert?
Der Kulturwissenschaftler Matthew Fuller öffnet mit dieser Fragestellung eine neue Herangehensweise an unser Verständnis und unsere Wahrnehmung von Kunst.
Matthew Fuller geht in seinem Vortrag "Art vor Animals" künstlerischen Projekten nach, die sich auf die Wahrnehmungsweise von Tieren einlassen und deren Eindrücke oder gar Gedanken erforschen. Natalie Jeremijenko etwa konstruierte eine Robotergans mit dem Ziel, auf die Kommunikation einer Schar von Gänsen einzuwirken. Paul Perry installierte einen Roboter auf einem Baum, der Luchsurin versprühte, und konnte so unterschiedliche Reaktionen von Tieren stimulieren. In einem weiteren Schritt diskutiert Fuller die Konsequenzen, die sich daraus für unsere
Kultur und Aesthetik ergeben. Obwohl einige dieser Projekte fast absurd anmuten, so geht es bei allen darum, dass sie neuartige Beziehungen mit Tieren eingehen und sowohl gemeinsame als auch andersartige Möglichkeiten der Wahrnehmung erfahrbar machen – vor dem Hintergrund der Tatsache, dass gerade die Kunst als ein Distinktionsmerkmal zwischen Mensch und Tier verstanden wird.

Matthew Fuller ist David Gee Reader in Digital Media am Centre for Cultural Studies, Goldsmiths College, University of London.  Er ist unter anderem Autor der folgenden Publikationen: Behind the Blip, essays on the culture of software; Media Ecologies, materialist energies in art and technoculture und Software Studies, a lexicon (erscheint demnächst). Das Forschungsprojekt Art for Animals wird unterstützt vom Fonds voor Beeldende Kunst, Vormgeving en Bouwkunst der Niederlanden.