Christian Croft/Andrew Schneider - Generative Social Networking

Veranstaltung zur aktuellen Ausstellung

Künstlergespräche mit Heath Bunting und Christian Croft
11/08/09, 14:00

Im Kontext der Ausstellung "Pronto! Über Telefonie" sprechen die beteiligten Künstler Heath Bunting und Christian Croft über ihre Projekte. Beide haben sich mehrfach mit dem Medium Telefon auseinandergesetzt.

Heath Bunting gehört zu den wichtigsten Pionieren der Netzkunst, war Teil der "Reclaim the Streets" Bewegung und hat Anleitungen zum heimlichen Überqueren von Grenzen verfasst.
Der junge New Yorker Künstler Christian Croft hat u.a. mit dem Hacken von Mobiltelefonen die Sicherheit privater Daten untersucht und US-Kongressabgeordneten mittels eines automatisierten Telefonsystems unbequeme Fragen zu den Toten des Irakkriegs gestellt.

Biografien

Heath Bunting gehört zu den wichtigsten Pionieren der Internet-Kunst. In den 1990er Jahren war er Teil der ersten internationalen Gruppe der "net.art". Seine Wurzeln liegen in den 1980er Jahren - in der "Reclaim the Streets"- sowie anderen basisdemokratischen Bewegungen. Er probiert früh kollaborative Strukturen im Netz aus ("Cybercafé" (1994), "irational.org" (1996)), installiert Mailinglisten ("7-11 Mailing List?"(1997)) und performt das Interface ("Skint, the internet beggar" (1996), "Project X" (1996)). 1997, auf dem Höhepunkt des Hypes rund um die net.art, inszeniert er öffentlich seine Frühpensionierung als Netzkünstler. 1998 ist er wieder zurück, mit "_read me - own, be owned or remain invisible", einem cleveren Statement zur zunehmenden neoliberalen Kommerzialisierung des Webs: "You enter and you get a chocolate bar. "Identity Swap Database" (1999) und "BorderXing Guide" (2002) stellen Fragen zu Identität, Migration und Grenze im digitalen Zeitalter globaler Entgrenzung. "The Status project" (2004 - heute), unter anderem auch auf der Tate Modern Homepage zu sehen, kartiert, wie Identität heute im Netz konstruiert wird.
Website von Heath Bunting


Christian Croft versteht sich als ein Künstler im Zeitalter des exponentiellen Informationswachstums. Seine Arbeit nutzt öffentliche Datenströme, die er filtert, um Änderungen in der Art, wie Menschen heute kommunizieren, erkennbar zu machen. Sein Hauptinteresse liegt in der Untersuchung des Einflusses neuer Technologien auf unser Zusammenleben. Er nutzt dazu u.a. Webprogrammierung, Do it yourself-Elektronik, Rapid Prototyping und Telefonsysteme. Themen seiner Arbeiten sind beispielsweise die Demokratie in Zeiten des "Präventivkrieges" ("Autodialing Memorial", "Yeas & Nays") oder die Frage nach Privatheit und Öffentlichkeit vor dem Hintergrund des Booms virtueller Social Networking Seiten wie Facebook u.a. ("Generative Social Networking").
Seine Arbeiten wurde u.a. im Centre Pompidou, im Georgia Museum of Art, Athens Institute of Contemporary Art (ATHICA), Rhizome Artbase, EYEBEAM Upgrade!, SIGGRAPH 2007, und am Conflux 2007 gezeigt.
Website von Christian Croft