Ausstellung

legal perspective
11/04/04 bis 11/22/04

Cornelia Sollfrank

Die Künstlerin realisiert für die Ausstellung in [plug.in] eine neue Arbeit im Spannungsfeld zwischen einer heute gängigen künstlerischen Praxis und den geltenden Gesetzen.
Spezial-Öffnungszeiten während Viper: 19./20./21./22. Nov. 11-20 Uhr

Sollfranks ursprüngliches Projekt für die [plug.in] Ausstellung hätte darin bestanden, Bilder auszustellen, welche ihr Netzkunst-Generator produziert, indem er auf dem Internet vorgefundene Andy Wahrhol Blumenmotive verwendet. Da dies nicht legal gewesen wäre, konnte dieses Projekt nicht realisiert werden. Cornelia Sollfrank macht sich deshalb mit professionellen Kamera-Teams auf den Weg, um Anwälte zu besuchen, welche auf Urheberrecht spezialisiert sind. Sie befragt die Anwälte über die Möglichkeiten, die Bilder, welche ihre Netzkunstgeneratoren produzieren, in [plug.in] auszustellen und erkundigt sich nach den damit verbundenen rechtlichen Risiken. Mit den Interviews werden die Grenzen der künstlerischen Freiheit, die vom Grundrecht gewährt wird, ausgelotet, und die Untiefen des Verstosses gegen ‚geistiges Eigentum’ durch ein Computerprogramm, durch Internet-User und eine kulturell immer bedeutender werdende künstlerische Praxis erforscht. Die prachtvollen und visuell verführerischen Andy-Warhol-Blumenbilder, welche von Sollfranks Netzkunstgenerator produziert werden, sind zwar Thema der Interviews, müssen aber abwesend bleiben. Sichtbar werden so jene Grenzbereiche, wo nicht mehr KünstlerInnen sondern JuristInnen und Gesetze über kulturelle Entwicklungen entscheiden: die legale Perspektive als Fortsetzung der Zentralperspektive.

Die Veranstaltung ist Teil von 'copy-create-manipulate', ein von [plug.in]
kuratierter Programm-Teil des Viper-Festivals.