Ausstellung
Ökomedien (Teil 2)Ökologische Strategien in der Kunst heute
In zwei Teilen, 18. Januar bis 23. März
Ieva Auzina/Esther Polak (LT/NL), Critical Art Ensemble und Beatriz da Costa (USA), Free Soil (USA/DK/D/AU), Tue Greenfort (DK), Christina Hemauer/Roman Keller (CH), infossil (D), Natalie Jeremijenko (USA), Franz John (D), Christoph Keller (D), Tea Mäkipää (FIN), Eva und Franco Mattes aka 0100101110101101.org (I), Iñigo Manglano-Ovalle (ES/USA), MVRDV (NL), Andrea Polli (USA), Transnational Temps (ES/F/USA), Insa Winkler (D), Yonic (CH/BR)
Kuratorinnen: Sabine Himmelsbach, Karin Ohlenschläger, Yvonne Volkart
Produktion [plug.in]: Yvonne Volkart, Annette Schindler, Doris Gassert
1. Teil: 18. Januar bis 17. Februar 2008, Öffnungszeiten Mi-So 14-18 Uhr
Thema Erde, Umwelt, Ressourcen, Abfall, Aufzeichnung und Kommunikation, Visualisierung und Sonifikation von Daten.
Critical Art Ensemble und Beatriz da Costa, Tue Greenfort, infossil, Natalie Jeremijenko, Franz John, Christoph Keller, Andrea Polli, Transnational Temps, Yonic
2. Teil: 21. Februar bis 23. März 2008, Öffnungszeiten Mi-So 14-18 Uhr
Thema vernetzte Umwelt, globale Abhängigkeit, Produktion und Distribution von Nahrung, Visionen, alternative Energie.
Ieva Auzina/Esther Polak, Free Soil, Christina Hemauer/Roman Keller, Franz John, Tea Mäkipää, Iñigo Manglano-Ovalle, Eva und Franco Mattes aka 0100101110101101.org, MVRDV, Andrea Polli, Insa Winkler
In Zusammenarbeit mit dem Edith Russ-Haus für Medienkunst, Oldenburg.
Mit grosszügiger Unterstützung des Bundesamtes für Kultur.
Ein Katalog zum Ökomedien-Projekt mit Texten von Sabine Himmelsbach, Roger Malina, Karin Ohlenschläger, Christoph Spehr und Yvonne Volkart ist im Verlag Hatje Cantz erschienen.
Weitere Veranstaltungen gemäss Ankündigung.
Statement der Kuratorinnen
Fragen der Ökologie, das heißt der Wissenschaft, die die Beziehungen der Lebewesen zu ihrer Umwelt untersucht, haben in den vergangenen Jahren den letzten Hauch von Romantik und naivem Weltverbesserertum verloren. Umweltkatastrophen wie die Tsunamis, das Wald- und Fischsterben, Kannibalismus unter Robben, globale Klimaerwärmung, Wasserknappheit, Boden- und Luftverschmutzung machen deutlich, dass Naturkatastrophen nicht nur „natürlich“ sind. Sie sind auch Auswirkungen hochzivilisierter Lebensweisen, die auf Ausbeutung beruhen und gut eingespielte Ökosysteme stören. So hat in den letzten Jahren die Vorstelung von Ökologie als einem Kommunikationssystem an Gewicht gewonnen.
Die Ausstellung „Ökomedien“ zeigt Projekte, die auf progressiven Vorstellungen von Ökologie beruhen und dabei utopische Horizonte entwerfen. Sie stellt grundlegende Überlegungen zu Ökosystemen, Nachhaltigkeit, erneuerbaren Energien sowie Zukunftsvisionen an und unersucht, welche Rolle Kunst und neue Medien spielen, jenseits von Wissenschaft, Technik oder Ökoaktivismus.
Neu sind medienkünstlerische Ansätze, die auf der Verbindung von Medientechnologien mit so genannten „natürlichen“ Systemen wie Klima, Wasser, Erdbeben usw. beruhen. Diese Projekte kreisen um das Aufzeichnen von Daten und deren Sichtbar- oder Hörbarmachung. Sie unterlaufen zumeist gängige wissenschaftlich-technische Aufzeichnungsmethoden und eröffnen neue Wahrnehmungswelten. (Franz John, Andrea Polli, Iñigo Manglano-Ovalle). Einige Arbeiten beschäftigen sich mit erneuerbaren Energien und stellen alternative Modell zur Diskussion (Christina Hemauer/Roman Keller, Andrea Polli), andere verweisen auf die Kontaminierung der Erde, die die Welt vom Grossen (die Luftfahrt bei Christoph Keller) bis ins Kleinste (die Gentechnik bei Critical Art Ensemble und Beatriz da Costa) umfasst. Ein wichtiger Teil ist der Beobachtung der aktuellen Nahrungswege gewidmet (Ieva Auzina/Esther Polak; Futurefarmers/Free Soil und Insa Winkler): Diese sind stets global und energieintensiv, verschwenderisch, wie unser Umgang mit Ressourcen (Tue Greenfort, infossil). Der kritischen Dokumentation des Ist-Zustands werden Zukunftsvisionen und praktische Lösungen gegenübergestellt (Tea Mäkipää, MVRDV, Yonic).
