Dreams Come True, 2003, 23 Minuten

Veranstaltung

Yan Duyvendak - Performanceprogramm 3
23.08.2009, 18:30

Aufführung von drei von Yan Duyvendaks Performances im Rahmen seiner retrospektiven Ausstellung "Encore".

Keep it Fun For Yourself, 1995
Yan Duyvendak singt A-capella-Lieder über Kunst und wirft – mit künstlerischer Ironie - die Frage auf, was für eine Rolle der Künstler in der heutigen Welt hat. Als ob im Hintergrund die Musik spielen würde hält er sich an die Tempi der Songs. Die Melodien bleiben so entblößt wie sie leidenschaftlich vorgetragen werden, und verweisen auf die selbstkritische Befragung des Künstler-Seins: „Du wolltest selbst ein Künstler sein, so dass du dich selbst sehen kannst, schön, auf der grossen Leinwand und in Farbe“.
In Ko-Produktion mit: Centre pour l’Image Contemporaine (sgg*) saint-gervais genève

Une soirée pour nous, 2003, 13 Minuten
Une soirée pour nous verbindet das Zappen durch Fernsehkanäle mit dem berühmten Celine Dion-Konzert 2002. Dion widmete das Konzert Rene, ihrem Ehemann und Manager, der an Krebs erkrankt war. Über eine Direktübertragung in’s Stade de France unterhielt sich Dion mit Rene und inszenierte die Intimität ihrer Beziehung so für ihre Zuschauer: „dem Wunder der Wissenschaft sei Dank“. Yan Duyvendak verkörpert in seiner Performance Celine Dion, die ebenso faszinierend wie schauerlich auf das Publikum wirkt. Durch Zappen auf andere Kanäle mit Wetterberichten oder Werbung wird die schwülstige Sentimentalität immer wieder unterbrochen und jäh mit anderen Fernseh-Welten konfrontiert.
Regie: Imanol Atorrasagasti; In Ko-Produktion mit: Centre pour l’Image Contemporaine (sgg*) saint-gervais genève

Dreams Come True, 2003, 23 Minuten
„Wenn ich eine Gameshow vorschlagen würde, in der sich zehn Menschen und neun Fallschirme in einem Flugzeug befänden, das abstürzen würde, ich würde Kandidaten finden“, sagt John de Mol, Apostel der so genannten „Reality Shows“ und Schöpfer zahlreicher Programme dieses Genres.
Hier sind sie – die tristen und verzweifelten Bestrebungen derjenigen, die ernsthaft glauben, ihre Träume könnten wahr werden. Im Zentrum dieser Illusionen, welche nicht selten zu Alpträumen werden, strampelt sich Yan Duyvendak ab und versucht sorgfältig die wahllosen Lektionen derjenigen zu verinnerlichen, die ihm beibringen wollen, wie man ein Star wird. Von den unmöglichen Hoffnungen Postjugendlicher ausgehend, legt Yan Duyvendak – zu real für diese „telereality“ – die Mechanismen dieser entwürdigenden Wettbewerbe offen.
Regie: Imanol Atorrasagasti; Dramaturgie: Nicole Borgeat; In Ko-Produktion mit: Centre pour l’Image Contemporaine (sgg*) saint-gervais genève; Kunstkredit Basel-Stadt

Sehen Sie hier eine Videodokumentation der Performances an der Vernissage.