My Name is Neo (for fifteen minutes), 2007, 16 Minuten

Vernissage

Yan Duyvendak - Vernissage und Performanceprogramm 1
06/04/09, 18:00

Anlässlich der Eröffnung seiner retrospektiven Ausstellung "Encore" zeigt Yan Duyvendak drei Performances:

Sehen Sie hier eine Videodokumentation der Performances an der Vernissage.

You invited me, Don’t you Remember?, 2007, 20 Minuten
In You invited me, Don’t you Remember? stehen die Figuren des Bösen im Zentrum der Handlungen. Ausschnitte aus Filmen wie Silence of the Lambs, Fargo oder Dangerous Liasons werden zusätzlich fragmentiert, indem die Bildspur oder die Tonspur weggelassen und durch die Intervention Duyvendaks ersetzt wird. Einmal leiht Duyvendak den Figuren auf der Leinwand seine Stimme, einmal vollzieht er ihre Gesten skizzenhaft nach. Das Böse tritt in unterschiedlichen Formen zu Tage: Es ist korrupt, ignorant, selbstsüchtig, drohend, übereifrig, und zeigt doch nie seine wahre Gestalt.
Regie: Imanol Atorrasagati; Dramaturgie: Nicole Borgeat; In Ko-Produktion mit: Centre pour l’Image Contemporaine (sgg*) saint-gervais genève; Stiftung Kunst Heute, Bern
                           
Your’re Dead!, 2004, 15 Minuten
Yan Duyvendak ist die Inkarnation eines Charakters aus einem Videogame – und setzt seine Erkundungsreise neuer Ikonen, die von der Konsumgesellschaft angeboten werden, in Militärkleidung und mit einer Maschinenpistole bewaffnet fort. Indem er verschiedene Levels der Realität miteinander verknüpft,  wandert er unmerklich von der Rolle des Spielers zu der des Soldaten auf dem Bildschirm, um schliesslich als realer Soldat zu enden. Wenn die Worte des Spielers vor der Videokonsole diese eines Soldaten, der von Panik ergriffen auf einem Schlachtfeld steht, werden, wenn die Bilder des Games sich vom Soldaten Duyvendak als eine militärische Realität abspielen, wenn die Sprache des Computers übergreift in die gebellten Befehle des Kampfes, dann resultiert daraus ein Übelkeit erregender Schwindel. Der Künstler befragt die Verbindung zwischen der Repräsentation von Gewalt und der Gewalt als solcher, denunziert mit seiner Geste die unerträgliche Leichtigkeit von Kriegsspielen und den allzu realen Terror, der diese inspiriert.
Regie: Imanol Atorrasagasti; Dramaturgie: Nicole Borgeat; In Ko-Produktion mit: Centre pour l’Image Contemporaine (sgg*) saint-gervais genève; Fonds Régional d’Art Contemporain d’Alsace, Selestat; Fonds cantonal d’art contemporain, Genève; namics, Sankt-Gallen (Kunstpreis für neue Medien)
                       
My Name is Neo (for fifteen minutes), 2007, 16 Minuten
Kann jemand für fünfzehn Minuten „der Auserwählte“ sein? Filmzeit, in der sich jeder in den einen oder anderen Superhelden hineinversetzt, gibt uns die Illusion etwas zu sein, was wir nie sein werden; sie ermöglicht uns, geheime und unbekannte Universen zu durchkreuzen; sie zeigt uns uns selbst mitten in einer heilsamen Katharsis.
Was bleibt, wenn einmal das Bild ausfällt? Was, wenn die Lampe des Projektors ausgeschaltet wird? Wenn Batman, James Bond oder „Neo-the One“ verschwunden sind? My Name is Neo (for fifteen minutes) untersucht den Vorgang eines Films, in welchem Handlung und Science Fiction mit einem Sturm von Spezialeffekten vermischt sind, und welcher in dieser Performance zusätzlich mit einem realen Menschen und dessen direkter Körperlichkeit konfrontiert wird.
Regie: Imanol Atorrasagasti; Dramaturgie: Nicole Borgeat; In Ko-Produktion mit: Centre pour l’Image Contemporaine (sgg*) saint-gervais genève