Aufruf zum Elektro-Dropping
Und wieder gilt es einen Aufruf weiterzugeben - diesmal kommt er direkt aus der Nachbarschaft, nämlich aus dem Basler [plug.in]. Beim Medium eingetroffen ist er mit einer Einladung - die zwar nicht direkt mit ihm in Zusammenhang steht, aber unter dem Strich eigentlich doch ganz gut passt.
Mehr über letztere hat das Medium schon in der netten Nachbarschaft des digital brainstorming blogs verbreitet. Und dazu denn auch schon besagten Aufruf gestellt.
Zwecks grösstmöglicher Verbreitung (und um auch die nicht so surffreudigen LeserInnen zu bedienen) gibt's den hier gleich noch einmal. Zur Abwechslung aber dann noch von ein paar Anmerkungen zur Sache gefolgt.
Also erstmal das Anliegen:
Liebe Freunde von [ plug.in ]
Für ein neues Projekt, das Christian Philipp Müller für [plug.in ] entwickelt, sammeln wir diverse alte Geräte: Computer, Laufwerke, Festplatten, Modems, Drucker, Scanner, aber auch Disketten jeden Formats, die ihr nicht mehr gebrauchen könnt, oder uns für die Dauer der Ausstellung (18. Januar bis 15. April 2007) kostenlos ausleihen mögt, nehmen wir gerne entgegen.
Besonders freuen wir uns, wenn ihr zum Gerät noch eine Geschichte mitliefern könnt.
Kontakt: cpmueller[at]iplugin.org
Herzlichen Dank fürs Mithelfen!
Annette Schindler Christian Philipp Müller
Nun fragt man sich natürlich neugierig - ob zu den potentiellen SpenderInnen zählend oder nicht - was wohl mit den gespendeten oder geliehenen Geräten geschehen wird.
Nach allen Regeln der Kunst darf das im Vorfeld ja meist nicht verraten werden.
Gerade vor dem Hintergrund des Donnerstag eröffnenden ElektroShops ist man fast verführt, so etwas wie dessen Fortsetzung mit anderen Mitteln bzw. im/als Bild zu assoziieren.
Schliesslich haben, passend zur Dominanz entsprechender Formate im wirklichen Leben - zusammen mit den ernst gemeinten Museumsshops (denen ersterer tendenziell nahe steht) seit einigen Jahren auch künstlerische Beiträge zum Thema Konjunktur. Wer seinerzeit verpasst hatte, im Migrosmuseum Zürich durch Rirkrit Tiravanijas Supermarkt (1998) zu schlendern, konnte das beispielsweise später in Guillaume Bijls Variante in der Frankfurter Shopping-Schau in der Schirn oder, nahe liegender und eigentlich noch schöner, 2004 in Basel im Petit Grand Magazin tun.
Und auch Christian Philipp Müller hat sich bereits ausgiebiger mit dem Konsumieren qua Kaufkraft und dessen Begehrensantrieben beschäftigt, nämlich in seinem - derern Teil "Tauschwerte" 2002 sehr passend in der Ausstellung Ökonomien der Zeit (und folglich ebenfalls in Zürich - hier sogar mit Bild) zu sehen war.
Oder ob sich Müller diesmal mehr auf die plastische respektive skulpturale Anmutung von ausgedienten ElektroWaren bzw. Klein- und Grossoden der Computerkultur verlassen will - sagen wir mal, ähnlich wie man das von der Redundant Technology Initiative und ihren Projekten wie "Futureproof" kennt (siehe auch hier im ZKM)?
Darüber kann man noch etwas grübeln - und bis zur Eröffnung der Ausstellung im kommenden Jahr einerseits fleissig geben, andererseits im ElektroShop für Nachschub, Neuausstattung und wahrscheinlich auch das eine oder andere Weihnachtsgeschenk sorgen. Das dann irgendwann auch wieder den Gang der Dinge gehen und in einem künftigen Kunstprojekt recycelt werden mag...