Viper und «plug.in» sollen fusionieren
CMS UND ERZIEHUNGSDEPARTEMENT STELLEN BEDINGUNGEN FÜR WEITERE UNTERSTÜTZUNG
Das Festival für Film, Video und Neue Medien Viper soll nur noch alle zwei Jahre stattfinden, dafür zusammen mit dem Forum für neue Medien plug.in Basel als «Medienkunststadt» ganzjährig stärken.
Zusammen mit dem plug.in - oder gar nicht: Vor diese Wahl stellen Michael Koechlin und Walter Brack die Organisatoren des Viper. Der Leiter des Ressorts Kultur imErziehungsdepartement (ED) und der Leiter städtische Aufgaben der Christoph Merian Stiftung (CMS) wollen das Festival für Neue Medien nur noch im Rahmen eines Ganzjahresprogramms unterstützen, wie es heute das plug.in bietet. Die CMS rüttelt zwar auch bei einer Fusion nicht an ihremEntscheid, des Viper die Subventionen zu streichen - stellt dafür jetzt in Aussicht, sich nach einer Fusion beim Ganzjahresprogramm stärker zu engagieren. Auch Koechlin will das Viper in der heutigen Form nicht mehr unterstützen - stellt aber bei einem Zusammengehen einen neuen Subventionsvertrag in Aussicht. Ausserdem seien bei einem «überzeugenden Konzept» die Chancen auf Gelder vom Bund, aber auch privater Sponsoren aus der IT- und Telekomm-Branche gut.
Koechlin und Brack kritisieren am heutigen Viper die mangelnde Verankerung in der Stadt, gravierende Mängel in Organisation und Kommunikation und mangelnde Vernetzung mit anderen Institutionen imBereich Neue Medien. «2004 gab es zwar spürbare Verbesserungen - aber diese sind nicht so gross, dass wir diese Übung bleiben lassen könnten», urteilt Koechlin: «Für das Viper stellt sich die Überlebensfrage.» Ohne die Subventionen von Kanton und CMS von je 275000 Franken würde einDrittel des Budgets wegfallen. «Ausserdem besteht das Risiko, dass weitere Sponsoren aussteigen», so Koechlin.
eine CHANCE. Bei einer Fusion der beiden Institutionen hingegen biete sich die «einmalige Chance», Basel als «Medienkunststadt der Schweiz» zu etablieren, verspricht Koechlin. Bei dieser Einschätzung stützt er sich auf eine Studie, die CMS und ED bei Giaco Schiesser inAuftrag gegeben haben, einem Professor an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich. Die Studie bestätigt im Wesentlichen, was Koechlin schon vorher propagiert hatte: Basel biete ein grosses, aber nicht optimal genutzes Potenzial für ganzjährige «Vermittlung und Reflexion» von und über Neue Medien, die ab 2007 mit einer Biennale kombiniert werden könnte. Die laut Koechlin unter 10000 Franken teure Studie sei trotzdem nötig gewesen: Die eigene Einschätzung sei «mit solidem Material untermauert» worden und es seien mehrere Modelle zur Diskussion gestellt worden.
Diese reichten von einer engeren Zusammenarbeit bis zu einer «mehr oder weniger freundlichen Übernahme» des Viper durch das plug.in. Das «Plus» im jetzt favorisierten Modell «Fusion Plus» ist einBeirat, der die Vernetzung mit dem Institut für Medienwissenschaften, der Hochschule für Gestaltung und Kunst, dem Hyperwerk und weiteren verwandten Institutionen sicherstellen soll.
Bis Ende Monat müssen sich Viper und plug.in entscheiden, ob sie ihre Strukturen zusammenlegen. Der Vorstand des plug.in hat sich bereits gestern über Mittag einstimmig für eine Fusion ausgesprochen: «Es ist ein sinnvoller Weg, den wir mitgestalten wollen», sagt VorstandspräsidentDaniel Baumann.
Schon am Montagabend - kurz nach der Präsentation der Pläne und Forderungen durch Koechlin, Brack und Schiesser - hatte sich der Vorstand des Viper getroffen. Ein spruchreifer Entscheid ist dabei offenbar nicht gefallen: «Wir diskutieren jetzt intern und werden bis Ende Monat unsere Haltung verkünden», sagt Annika Blunk, Co-Leiterin des Viper.
Bis im Herbst müssen die Vereine gemeinsam neue Subventionen beantragen - andernfalls stehen sie im kommenden Jahr ohne Geld vonKanton und CMS da.
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