Out of Balance
11/20/04, 16:00

copy-create-manipulate

Diskrepanz und Umbruch in künstlerischer Praxis und geistigem Eigentum.

Im Zentrum der Panel-Diskussion steht der Begriff und das Konzept des ‚geistigen Eigentums’ im Hinblick auf die Kunst. Das Panel geht der Geschichte des Begriffes nach, und fragt nach dem gegenwärtigen Umbruch im Umgang damit und in der öffentlichen Diskussion darüber. Beschränkte Platz-Zahl: Freie Tickets an Viper Kasse erhältlich. Panel-Teilnehmer: - Séverine Dusolllier, Adjunct Professor, Universität Namur und Initiatorin von creative commons Belgien. - Jamie King (tbc), Autor und Redaktor der Medienkulturzeitschrift Mute, London - Stella Rollig, Kuratorin und Leiterin des Lentos Museums in Linz - Rolf Auf der Maur, Anwalt mit Spezialgebiet Kommunikationsrecht, insbesondere Immaterialgüterecht und rechtliche Aspekte des Internets - Cornelia Sollfrank, Künstlerin, Cyberfeministin, Netzkunstpionierin - Moderation: Patrick Tschudin (tbc), Radio DRS

Als Panel-Teilnehmer werden Persönlichkeiten eingeladen, welche einen Background als Juristen mitbringen, welche die Widerstandsbewegung gegen die sich verschärfenden Copyright- Gesetze kennen, und die einen kunsthistorischen resp künstlerischen Zugang zum Thema vermitteln können. Die Teilnehmer werden in Kurzpräsentationen ihre Standpunkte darlegen und sich anschliessend auf ein Diskussion einlassen.

Das Panel soll insgesamt:
- einen möglichst verständlichen Überblick über die Begrifflichkeiten schaffen und einen gewissen historischen Horizont erschliessen. Es sollte auch klar werden, was ‚schief gelaufen’ ist, das aus einer sinnvoll gedachten Rechtsvorstellung zum Schutz der KünstlerInnen eine immer grössere Diskrepanz zwischen Recht und künstlerischer wie alltäglicher Praxis entsteht.
- Informationen über Widerstandsbewegungen und ihren Background vermitteln.
- auf die kunst- und kulturhistorische Bedeutung von künstlerischen Verfahren der Bezugnahmen, Verweisen und Aneignungen eingehen und etwa am konkreten Fall von Andy Warhol auch die Pervertierung seiner künstlerischen Haltung, die grundsätzlich auf Übernahe und Weiterverarbeitung beruht, durch scharfe Urheberschafts-Definitionen wie man sie heute durchzusetzen versucht.
- so konkret wie möglich klar machen, was diese ganze Debatte mit den Personen zu tun hat, die das Panel besuchen und ihnen Informationen zu ihrer eigenen Meinungsbildung zu geben – speziell im Hinblick auf die Situation in der Schweiz und die aktuelle Vernehmlassung zum neuen Urheberrechtsgesetzt.
- die widersprüchliche Situation analysieren zwischen der Aufgabe, als Künstler/in ein Kunstbegriff weiterzuentwickeln und dabei u.a. dessen Autorschafts- und Werkbegriff zu unterwandern einerseits und der Notwendigkeit des Überlebens im Kunstbetrieb, der genau auf diesen beiden Pfeilern aufbaut, andererseits.
- Die legalen Grenzen der künstlerischen Freiheit und damit auch des Entwicklungspotentials der Kunst ausloten.

Out of Balance ist Teil von copy-create-manipulate, ein von [plug.in] kuratierter Programm-Teil zum Viper-Festival 2004


Dateien:
ccm_outline_deutsch.pdf
ccm_outline_english.pdf